6. November: Zum akklimatisieren sind wir für 3 Tage irgendwo in einem Randgebiet von Bangkok geblieben, bevor es am 6. mit dem Flieger nach Phuket gehen wird. Es ist hier keine touristische Ecke, sondern direkt neben einer Uni, und gerade deshalb echt spannend. Gestaunt habe ich über das Lebensvertrauen der Thailänder: ein 1,50 tiefes Loch wird mit einem Stück Holz und einem alten Reifen abgedeckt. Man sieht Mofas beladen mit 4 Leuten. Eines dabei nicht selten ein Baby auf dem Arm der Mutter. (Wo hält sie sich fest?) Die Krönung war ein 2 Jähriger der im Stehen auf einem Beiwagen an einem Moped mitfuhr. Das Taxis weder Gurte noch Kindersitze haben, ist da harmlos.
Wir laufen jeden Abend über den riesigen Markt, geniessen die leckere Thai-Küche und sehen uns an, was es da gibt: Fische, Vögel, Hello Kittys. Irgendwie alles.
14 Uhr landen wir dann am 6. in Phuket. Mark, der Leiter des Kinderdorfes, ein Amerikaner mit japanischen Wurzeln, hat uns abgeholt. Er ist mit Dorien verheiratet. Sie ist Holländerin, in Australien aufgewachsen, spricht Deutsch (super für uns!) und ist in den 70ern mit Floyd McClung als Hippie nach Afghanistan gewandert - oder so ähnlich. Beide leben seit 15 Jahren in Thailand.
Das Kinderdorf ist sehr hübsch. Ein schönes, abgelegenes Areal in der Nähe von Khok Kloi mit 5 kleinen Häusern und Wasserbüffeln und einem schweizerdeutschen Café als Nachbarn. Von jetzt an haben wir in einem der Häuschen unser zu Hause, mit drei Kindern und einem Helfer, Dave, auch aus den USA. Und wir sind von nun an Pi Mark und Pi Ann. Pi heisst so etwas wie "großer Bruder" oder "große Schwester" - wurde uns gesagt. Wir haben zwar aus Bangkok ein bisschen Magenprobleme mitgebracht, aber eine ominöse Kobra, die sich auf dem Gelände versteckt hält, beschäftigt und mehr.
12. November:
Meine Tätigkeiten in der ersten Woche: Vormittags sind Bau- und Gartenarbeiten dran. Z.Z. schachten wir einen Abwasserkanal. Bei 30° im Schatten ist das wie Sauna. An die thailändische Art zu Arbeiten muss ich mich allerdings gewöhnen. Erstens wegen der Hitze, aber auch wegen des Improvisationsnotwendigkeiten, die mir nicht immer sicher zu sein scheinen. Ein Starkstromanschluß besteht z.B. aus zwei Drähten, die in die Steckdose gesteckt werden.
Nachmittags: mit den Kindern spielen, ihnen beim Wäsche waschen helfen, beim Essen aufpassen und nach dem Essen Komin bettfertig machen. Komin ist behindert, 8 Jahre alt, aber quasi 3-jährig und total liebenswürdig. Später mal mehr zu ihm, auf alle Fälle ein echtes kleines Wunder. Er ist einer der drei Jungs in unserem Häuschen. Abend kommt dann oft noch Joe, er ist 13, vorbei und wir spielen Dame. Er gewinnt tatsächlich öfter, als ich. Morgen ist Samstag und da geht es an den Strand, wie fast jeden Samstag. Eine nette Abwechslung nach einer schönen, aber intensiven Woche. Denn auch die Durchfall-Welle (haha) ist nun abgeebbt. Wir sind voll froh, dass wir nicht davon betroffen waren.
17. November:
Neue Woche, neues Glück. Mittlerweile haben wir uns an viele Abläufe gewöhnt. Der Tag beginnt ca. gegen 5.30/6.00. Dann ist das volle Programm angesagt, denn bevor die Hitze des Tages anbricht, muss alles geputzt sein. Die Zeit bis 9 Uhr haben wir theoretisch für uns als Familie und das ist super so. Was wir da machen? Frühstücken und schon zweimal duschen. ;) Es ist wirklich warm hier.
Gestern nachmittag haben wir einen 3000 l Wasserbehälter in 4m Höhe installiert. Für die Speicherung des Quellwassers. Zuvor saß ich in dem Ding und habe es von den eher unangenehmen Resten der Vornutzung befreit. #Sauna-Erfahrung No.2. Sonst geht's uns allen sehr gut. Wie auch nicht: es ist warm, es gibt täglich leckeres thailändisches Essen, je ein scharfes und ein nicht-scharfes Gericht zur Auswahl oder zum kombinieren. Heute war offensichtlich Meeresfrüchte-Tag: eine Suppe mit sämtlichen Tieren, die man im Alten Testament nicht essen sollte und Katzenfisch-Bohnen-Gemisch. Und natürlich Reis. Reis ist meine Kartoffel!
<>Unsere Kids haben übrigens viele neue Spielkameraden gefunden und fühlen sich sehr wohl. Rosa lernt Fahrrad fahren, Pepe klettern, beiden geht es wirklich super. Und auch Andrea und mir.
y>