Andrea Polaschegg geht der Frage nach, wieviel Inhalt der Bibel noch bleibt, wenn man sie als Literatur versteht und liest:
"... man muss sich erst mal grundsätzlich fragen, was für eine Vorstellung von Heiligkeit und seiner Kommunikationsform haben wir eigentlich, wenn wir glauben, dass wenn man auf die ästhetischen Dimensionen eines Textes diesen Text hin liest, dass dann von seinem Inhalt nichts mehr bleibt.So etwas kann man natürlich als Literaturwissenschaftlerin nur als Witz abtun, denn das würde ja bedeuten, dass die Lektüre eines Textes auf seine ästhetischen Potenziale hin immer auf Kosten von so etwas wie seinem Gehalt geht.Das heißt, letztlich ist eine literaturwissenschaftliche Lektüre der Bibel eine, die aufräumt mit einem Missverständnis, was in unserer Gesellschaft sehr verbreitet ist, und zwar weniger in der Theologie als in der Gesamtgesellschaft, nämlich zu glauben, die Bibel sei im Kern ein dogmatischer Text. ... "
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